Eine gute Käseplatte braucht nicht viel. Aber sie verträgt einen Tropfen — den richtigen. Nicht Chutney, nicht Marmelade aus dem Supermarkt. Sirup. Dosiert, gezielt, mit Tiroler Herkunft.

Hollerblüte trifft Ziege
Der Hollerblütensirup hat etwas Puderglattes, fast Florales — wie eine Almwiese kurz nach dem ersten Schnitt. Er öffnet den Rotholzer Ziegencamembert, ohne ihn zu übertönen. Der Ziegencamembert bringt eine feine Milchsäure mit, die Rinde ist weiß und zart, die Paste darunter cremig-zäh.
Zwei, drei Tropfen Hollerblüte direkt auf die aufgeschnittene Runde — mehr braucht es nicht. Das Ergebnis ist mild, sommerlich, leicht. Gut für einen warmen Abend auf der Terrasse.
Grantnwassal schneidet durch den Fett
Grantnwassal ist kein braver Fruchtsirup. Er hat Biss — die fruchtige Schärfe der Preiselbeere, die präzise gegen das Fett eines reifen Bergkäses arbeitet. Beim Hochfügener Bergkäse trifft das besonders gut: feste, leicht bröckelige Schnittfläche, würzig-nussig im Abgang, lange Reife.
Diese Kombination braucht wirklich keine Erklärung. Einfach ausprobieren. Mehr über den Sirup selbst im Grantnwassal-Portrait.
Schwarze Holunderbeere zum Graukäse
Kräftig zu kräftig. Der Schwarze-Holunderbeere-Sirup hat eine dunkle, fast erdige Frucht — wenig Süße, viel Tiefe. Kein Sirup für zarte Gaumen, und das ist gut so, denn sein Gegenüber ist der Zillertaler Graukäse vom Zillertaler BergSenn: würzig, strohig in der Textur, mit dem unverwechselbaren Duft eines alten Sennkellers.

Beide auf einem Holzbrett: Das ist ein Pairing, das polarisiert — und hält, was es verspricht. Wer Graukäse mag, wird den Holunderbeere-Sirup dazu nicht mehr missen wollen.
Heidelbeere zum Schafcamembert
Der Heidelbeersirup ist weicher als sein Holunderbeere-Bruder — waldartig, rund, mit einer dezenten Beerensüße. Er passt gut zum Rotholzer Schafcamembert, dessen Paste cremiger ist als die des Ziegenpendants: nussiger, weniger spitz, mit einer Rinde, die Raum lässt.
Zusammen ergibt das eine runde, stimmige Kombination — keine Reibung, keine Spannung, aber ehrlich g'schmackig.
Die Regel: Tropfen, nicht Flut
Sirup auf Käse ist keine Glasur und kein Dressing. Ein Teelöffel pro Scheibe reicht — wer mehr nimmt, verliert die Spannung zwischen den Aromen. Die Käseplatte lebt vom Verhältnis, nicht von der Menge.
Wer die Sirups kennenlernen möchte, findet alle vier in der Sirup-Collection. Und wer gleich den passenden Käse dazu sucht: der Hochfügener Bergkäse, der Zillertaler Graukäse und beide Rotholzer Camembertvarianten sind direkt bestellbar.
Bleib am Kas.
