Im Sommer ändert sich an der Brettljause nicht die Zusammensetzung, sondern die Menge und das Timing. Statt der üblichen rund 375 Gramm pro Person als Hauptmahlzeit reichen an einem warmen Abend meist 150 bis 200 Gramm. Und wichtiger als die Auswahl wird die Frage, wie lange das Brett auf dem Tisch steht.
Der Unterschied
Was der Sommer wirklich ändert
Wer eine Brettljause im Winter anrichtet, stellt sie hin und lässt sie stehen. Im Sommer funktioniert das nicht — und zwar aus zwei Gründen, die nichts miteinander zu tun haben.
Fertig zusammengestellt gibt es das als Tiroler Brettljause.
Bei Hitze wird weniger gegessen. Ein volles Brett wirkt an einem 30-Grad-Abend erschlagend, und am Ende bleibt die Hälfte übrig — die dann zwei Stunden warm gestanden ist. Kleiner anrichten ist hier keine Sparsamkeit, sondern die bessere Planung.
Das eigentliche Thema ist nicht der Kühlschrank, sondern der Tisch. Fast alles wird ordentlich gekühlt aufbewahrt. Kritisch wird es in der Zeit dazwischen — wenn das Brett drei Stunden in der Abendsonne steht, während geredet wird.
Fettreiches wird bei Wärme unangenehm. Ein breit marmorierter Bauchspeck glänzt bei 28 Grad und legt sich schwer auf die Zunge. Magere Zuschnitte und etwas mehr Säure treffen den Sommer besser.
Die Menge
Wie viel pro Person
Als Hauptmahlzeit gilt für die Brettljause die Faustregel von rund 375 Gramm pro Person. An einem warmen Abend — und besonders, wenn noch etwas vom Grill dazukommt — liegt die realistische Menge deutlich darunter.
| Anlass | pro Person | Aufteilung |
|---|---|---|
| Leichtes Abendessen | 150–200 g | Zwei Käse, ein Speck, viel Brot und Gemüse |
| Vollwertige Jause | 250–300 g | Drei Käse, zwei Speck- oder Wurstsorten, Brot, Saures |
| Beilage zum Grillen | 80–120 g | Ein bis zwei Käse und ein Speck als kalte Ergänzung |
| Apéro vor dem Essen | 50–80 g | Eine Sorte, klein geschnitten, dazu Brot und Mostarda |
Zwei Käse, ein Speck, viel Brot und Gemüse
Drei Käse, zwei Speck- oder Wurstsorten, Brot, Saures
Ein bis zwei Käse und ein Speck als kalte Ergänzung
Eine Sorte, klein geschnitten, dazu Brot und Mostarda
Diese Zahlen meinen Käse, Speck und Wurst zusammengenommen. Brot, Gemüse und Beilagen kommen dazu — und gerade davon darf im Sommer mehr auf den Tisch, weil es die schwereren Teile leichter macht.
Das Timing
In Wellen anrichten statt einmal auffüllen
Die wirksamste Änderung gegenüber dem Winter ist nicht die Auswahl, sondern das Nachlegen. Ein halb gefülltes Brett, das zweimal ergänzt wird, steht am Ende deutlich kürzer in der Wärme als ein volles, an dem drei Stunden lang genascht wird.
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1
Vorher gut durchkühlen. Käse und Speck kommen kalt aus dem Kühlschrank aufs Brett — nicht schon eine Stunde vorher zum Temperieren heraus. Das erledigt die Sommerluft von selbst.
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2
Erste Welle: etwa die Hälfte. Von jeder Sorte eine überschaubare Menge. Der Rest bleibt in der Kühlung, fertig geschnitten und abgedeckt.
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3
Brett in den Schatten. Nicht auf die sonnige Tischhälfte und nicht neben den Grill. Ein Unterschied von wenigen Metern macht mehrere Grad aus.
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4
Zweite Welle nach Bedarf. Frisch nachlegen statt Angebrochenes stehen lassen. So ist immer etwas Kaltes auf dem Tisch.
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5
Reste zügig zurück. Was länger warm gestanden ist, kommt nicht zurück in den Kühlschrank zu der ungeöffneten Ware. Getrennt aufbewahren und zeitnah aufessen.
Die Anordnung
Von mild nach kräftig
Auf dem Brett gilt dieselbe Logik wie auf der Käseplatte: von links nach rechts von mild nach würzig, damit der kräftige Bergkäse den milden Schnittkäse nicht überdeckt. Speck und Rohwurst bekommen eine eigene Zone — sonst nimmt der Käse den Rauch an.
Zwei Käse reichen
Einer mild und schnittfest, einer kräftig und gereift. Eine dritte Sorte ist Luxus, keine Notwendigkeit — und im Sommer eher eine weitere Sorte, die zu lange steht.
Speck mager schneiden
Hauchdünn aufgeschnitten wirkt auch ein kräftiger Speck leichter. Ein magerer Zuschnitt wie Karree oder Schinkenspeck passt besser als ein fetter Bauch.
Säure statt noch einer Sorte
Radieschen, Gurken, eingelegte Zwiebeln oder Kren bringen mehr als ein vierter Käse. Sie schneiden durch das Fett und machen das Brett leichter.
Die Begleiter
Vier Paare, die im Sommer funktionieren
Ein Brettl lebt nicht von vielen Begleitern, sondern von wenigen richtigen. Diese vier Kombinationen tragen sich gegenseitig.
Preiselbeer-Feigen-Mostarda mit Gin zu einem milden Schnittkäse. Die herbe Frucht der Preiselbeere mit der Süße reifer Feigen — das leichteste der vier Paare und damit das sommertauglichste.
Birnen-Quitten-Mostarda mit Trüffel zu gereiftem Bergkäse. Eine kleine Menge genügt: sie bringt Frucht und Würze an einen Käse, der schon viel mitbringt.
Zirbensalz zum Speck. Ein paar Kristalle auf die Scheibe — das leicht süßliche Alpensalz verlängert den Räucherduft, statt ihn zu übertönen.
Sennbutter aufs Bauernbrot. Eine im Butterfass hergestellte Sauerrahmbutter mit feiner Säure — der ruhige Anker zwischen den kräftigen Sachen.
Neben dem Grill
Brettljause statt oder zum Grillen
An warmen Abenden ist ein kaltes Brett eine ernsthafte Alternative zum Grillen: nichts muss überwacht werden, alle können sich selbst bedienen, und niemand steht in der Hitze am Rost. Als vollwertiges Abendessen rechnest du mit 250 bis 300 Gramm pro Person.
Kommt das Brett zusätzlich zum Grill auf den Tisch, reichen 80 bis 120 Gramm — es ist dann Begleitung, nicht Hauptsache. In dem Fall lohnt es sich besonders, in Wellen nachzulegen: Während gegrillt wird, steht das Brett sonst am längsten herum.
+++ Passend dazu
Fertig zusammengestellt
Wer nicht einzeln zusammensuchen will, nimmt eine fertige Auswahl: Käse, Speck und Wurst sind darin bereits aufeinander abgestimmt, und die Mengen passen für eine Runde. Dazu eine Mostarda und ein kräftiges Brot — mehr braucht ein Sommerabend nicht.
Häufige Fragen
Sommer-Brettljause: Fragen und Antworten
Wie viel Brettljause pro Person im Sommer?
Als leichtes Abendessen 150 bis 200 Gramm Käse, Speck und Wurst zusammen. Als vollwertige Jause 250 bis 300 Gramm, als Beilage zum Grillen nur 80 bis 120 Gramm. Das ist jeweils weniger als die übliche Faustregel von rund 375 Gramm — bei Hitze wird schlicht weniger gegessen.
Wie lange darf eine Brettljause bei Wärme stehen?
Es gibt keine verlässliche Stundenzahl, weil Außentemperatur, Sonne, Sorte und Ausgangstemperatur zu stark schwanken. Der praktikable Weg ist, das Problem zu umgehen: kleine Portionen anrichten, den Rest gekühlt lassen und in Wellen nachlegen. Was auffällig warm geworden ist, gehört nicht zurück in den Kühlschrank.
Welcher Käse passt auf ein sommerliches Brettl?
Zwei Sorten reichen: ein milder, schnittfester Käse und ein kräftiger, gereifter. Weichkäse nur in kleinen Mengen und gut gekühlt — er gibt bei Wärme schnell nach. Schaf- oder Ziegenkäse ist übrigens nicht automatisch leichter als Kuhmilchkäse, das ist ein verbreiteter Irrtum.
Was gehört im Sommer aufs Brett, was nicht?
Dazu: magere Speckzuschnitte, Radieschen, Gurken, eingelegte Zwiebeln, frisches Obst und viel Brot. Zurückhaltender: sehr fette Zuschnitte, große Mengen Weichkäse und Butter, die bei Wärme rasch weich wird. Die Säure ist im Sommer wichtiger als eine weitere Käsesorte.
Brettljause oder grillen an einem heißen Abend?
Ein kaltes Brett hat den praktischen Vorteil, dass niemand am Rost stehen muss und alle gleichzeitig anfangen können. Als Hauptmahlzeit funktioniert es gut, wenn genug Brot und Beilagen dabei sind. Beides zusammen geht auch — dann ist das Brett aber Begleitung und wird entsprechend kleiner angerichtet.
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