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Tiroler Advent: die Termine von Barbara bis Christkind

20. Juli 2026 5 Min. LesezeitAktualisiert 07.08.2026

Adventliche Jause bei Kerzenlicht: Bergkäse, Kaminwurzen, dunkles Brot und in Scheiben geschnittenes Kletzenbrot

Der Tiroler Advent hat mehr feste Termine, als die meisten auf dem Schirm haben — und sie liegen eng beieinander. Zwischen dem 4. und dem 6. Dezember folgen drei Bräuche innerhalb von zwei Tagen aufeinander, und Krampus und Nikolaus sind dabei nicht dasselbe. Wer den Ablauf kennt, plant den Advent entspannter.

Die Reihenfolge

Der Adventkalender hinter dem Adventkalender

Vieles wird regional unterschiedlich gelebt — von Tal zu Tal, von Gemeinde zu Gemeinde, von Familie zu Familie. Die Termine selbst liegen aber fest.

Was sich als Geschenk eignet, steht bei den Weihnachtsgeschenken aus Tirol.

4. Dezember

Barbaratag. Zweige von Obstgehölzen werden geschnitten und in die warme Stube gestellt. Wenn es gut läuft, blühen sie zu Weihnachten.

5. Dezember

Krampusabend. Der Abend vor dem Nikolaustag. Läufe und Hausbesuche unterscheiden sich stark in Lautstärke, Uhrzeit und Altersfreigabe.

6. Dezember

Nikolaustag. Das Sackerl, klassisch mit Mandarinen, Nüssen, Lebkuchen und Schokolade — und vielerorts eine gemeinsame Jause.

Drei Donnerstage

Anklöpfeln. An den drei Donnerstagen vor Weihnachten, den Klöpflnächten. Vor allem im Tiroler Unterland lebendig.

Neun Tage

Herbergssuche. In den Tagen vor Weihnachten wandert ein Bild oder eine Figur von Haus zu Haus — Nachbarschaft als Brauch.

Der bemerkenswerteste

Anklöpfeln — und warum eine Jause dazugehört

Von allen Tiroler Adventbräuchen ist das Anklöpfeln der am besten dokumentierte. Eine Gruppe meist männlicher Sänger verkleidet sich als Hirten und besucht an den drei Donnerstagen vor Weihnachten die Häuser der Nachbarschaft. Sie werden hereingebeten, singen einige Lieder mit der Weihnachtsbotschaft — und bekommen zum Dank ein Getränk, Weihnachtsbäckerei oder eine kleine Jause.

Der Brauch ist seit Mitte des 15. Jahrhunderts belegt, damals noch als weltlicher Heischebrauch ohne Bezug auf die Weihnachtsgeschichte. Heute wird er als Nachstellung der Herbergssuche von Josef und Maria verstanden. Im März 2011 wurde das Anklöpfeln im Tiroler Unterland in das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Die kleine Jause für die Sänger ist also kein netter Zusatz, sondern Teil des Brauchs. Wer im Unterland lebt und mit Besuch rechnet, hält Brot, Käse und etwas Süßes bereit — das ist die Rolle, die man in diesem Brauch spielt.

Die Verwechslung

Krampus und Nikolaus sind zwei Figuren

Figur Termin Rolle
Krampus 5. Dezember Die laute, wilde Gestalt. Läufe und Umzüge sind je nach Ort sehr unterschiedlich — für kleine Kinder oft zu viel
Nikolaus 6. Dezember Die ruhige Figur mit dem Sackerl. Kommt vielerorts ins Haus, oft mit einem kurzen Spruch oder Buch
Christkind 24. Dezember Bringt in Tirol die Geschenke am Heiligen Abend — nicht der Nikolaus und nicht der Weihnachtsmann
Krampus5. Dez

Die laute, wilde Gestalt. Läufe unterscheiden sich stark — für kleine Kinder oft zu viel

Nikolaus6. Dez

Die ruhige Figur mit dem Sackerl, oft mit kurzem Spruch

Christkind24. Dez

Bringt in Tirol die Geschenke am Heiligen Abend

Wer mit kleinen Kindern nicht zum Krampuslauf möchte, ist damit in guter Gesellschaft. Ein ruhiger Abend zuhause mit einer herzhaften Jause und warmen Getränken ist die verbreitete Alternative — und macht den Nikolaustag am nächsten Morgen nicht weniger schön.

Der Barbarazweig

Warum er in die warme Stube gehört

Am 4. Dezember werden Zweige von Obstgehölzen geschnitten — Kirsche, Zwetschke, Forsythie — und ins Wasser gestellt. Der Sinn dahinter ist botanisch: Die Zweige haben ihre Winterruhe zu diesem Zeitpunkt weitgehend hinter sich und brauchen nur noch Wärme, um auszutreiben. Zwanzig Tage in der geheizten Stube reichen meist, damit sie zu Weihnachten blühen.

Zwei praktische Hinweise: Nur eigene oder ausdrücklich freigegebene Zweige schneiden — und beim Adventkranz daneben gilt das Übliche, nämlich Kerzen nie unbeaufsichtigt lassen und Abstand zu trockenem Grün halten.

Barbarazweige in einem Steingutkrug auf einer Fensterbank, an zwei Zweigen öffnen sich erste weiße Blüten
Am 4. Dezember geschnitten, in der warmen Stube aufgestellt: Wenn es gut läuft, blühen die Zweige zu Weihnachten.

Auf dem Tisch

Was zur Adventjause passt

Kletzenbrot und Käse

Kletzen sind gedörrte Birnen — das Früchtebrot ist entsprechend süß und dicht. Dünn geschnitten passt es zu würzigem Bergkäse: Die Süße der Frucht und die Salzigkeit des Käses arbeiten gegeneinander.

Die Weihnachtsplatte

Zwei bis vier Sorten von mild bis kräftig, in dieser Reihenfolge verkostet. Dazu Brot, Nüsse, Birne und Honig. Mehr Sorten machen die Platte nicht besser, nur unübersichtlicher.

Für den Krampusabend

Herzhaft und unkompliziert: Kaminwurzen, Speck, Käse, Brot und etwas Saures. Dazu Tee oder Punsch für die Kinder — alles, was ohne Kochen auskommt.

+++ Passend dazu

Für die Adventjause

Käse, Speck, Kaminwurzen und Honig decken die meisten Adventabende ab — vom Krampusabend bis zum Anklöpfler-Besuch. Wer verschenken will, findet in den Geschenkboxen abgestimmte Zusammenstellungen.

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Häufige Fragen

Tiroler Advent: Fragen und Antworten

Wann kommt der Krampus, wann der Nikolaus?

Der Krampus am 5. Dezember, dem Abend vor dem Nikolaustag. Der Nikolaus am 6. Dezember. Es sind zwei verschiedene Figuren mit verschiedenen Rollen — der Krampus laut und wild, der Nikolaus ruhig und mit Sackerl. Die Geschenke bringt in Tirol keiner von beiden, sondern das Christkind am 24. Dezember.

Was ist Anklöpfeln?

Ein Brauch vor allem im Tiroler Unterland: Eine Gruppe als Hirten verkleideter Sänger besucht an den drei Donnerstagen vor Weihnachten die Häuser der Nachbarschaft, singt Lieder mit der Weihnachtsbotschaft und erhält dafür ein Getränk, Weihnachtsbäckerei oder eine kleine Jause. Seit März 2011 steht der Brauch im österreichischen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes.

Warum blüht der Barbarazweig zu Weihnachten?

Weil die Zweige Anfang Dezember ihre Winterruhe weitgehend hinter sich haben und nur noch Wärme brauchen. In der geheizten Stube reichen die rund zwanzig Tage bis Weihnachten meist aus, damit sie austreiben. Geschnitten wird traditionell am 4. Dezember, dem Barbaratag.

Was gehört ins Nikolaussackerl?

Verbreitet sind Mandarinen, Nüsse, Lebkuchen und Schokolade. Bei kleinen Kindern lohnt der Blick auf Allergien und darauf, dass ganze Nüsse verschluckt werden können. Der Inhalt unterscheidet sich ohnehin von Familie zu Familie — feste Regeln gibt es nicht.

Was passt zu Kletzenbrot?

Würziger Bergkäse. Kletzen sind gedörrte Birnen, das Brot ist entsprechend süß und dicht — ein salziger, gereifter Käse bildet den Gegenpol. Dünn schneiden erleichtert das Portionieren und macht die Kombination ausgewogener.

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